Zwangsversteigerung
Autor: Zwangsversteigerung = Schnäppchen? 5 wichtige Tipps -

Zwangsversteigerung = Schnäppchen? 5 wichtige Tipps

Immer wieder kommt es vor, dass Immobilienbesitzer sich tief verschulden und der Bank als letzter Ausweg nur die Zwangsversteigerung bleibt. Das betrifft Gewerbe- und Wohnimmobilien – sowohl Werkstätten und Gasthäuser, als auch in ca. drei Fünftel der Fälle Wohnungen und Privathäuser.

Sie interessieren sich für Zwangsversteigerungen und möchten eine günstige Immobilie kaufen? Dann rüsten Sie sich mit Informationen und nützlichen Tipps rund um das Thema.

#1 Immobilien aus Zwangsversteigerungen finden

Sie wissen nicht, welche Objekte zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben sind? In der Ediktsdatei des Justizministeriums oder bei den Gerichten (vor Ort) können Informationen über aktuelle Versteigerungsobjekte eingeholt werden.

TIPP: Auch hier finden Sie Immobilien, die aktuell zwangsversteigert werden.



#2 Im Vorfeld unbedingt beachten

Zur Zwangsversteigerung gelangen nicht selten Gebäude, die abgelegen oder renovierungsbedürftig sind, eventuell auch Objekte, die sich noch im Bau befinden, aber auch Liegenschaften, bei denen z.B. ungünstige Wegerechte bestehen. Nutzen Sie darum auf jeden Fall den ausgeschriebenen Besichtigungstermin, um sich ein umfassendes Bild vom Zustand der Immobilie zu machen.

TIPP: Holen Sie unbedingt Informationen zur betreibenden Bank, offenen Forderungen und zu Grundbuchschulden ein. Auch ob Wohn- und Wegerechte für die Immobilie beziehungsweise das Grundstück bestehen – denn diese behalten auch nach dem Verkauf ihre Gültigkeit.



#3 Gesamtkosten berechnen

Eine Immobilie wird im Vorfeld einer Zwangsversteigerung von einem Gutachter geschätzt. Das geringste Gebot beträgt meist die Hälfte des festgestellten Schätzwertes. Allerdings kann es auf Wunsch der Gläubiger höher angesetzt werden. Bitte beachten Sie, dass neben dem Kaufpreis weitere Kosten anfallen können, z.B: Notarkosten, Grunderwerbssteuer, Vermittlungsgebühr, Finanzierungskosten für Kredite, Kosten durch mitversteigerte Grundkosten und Hypotheken.

TIPP: Setzen Sie sich ein Gebotslimit, dass Sie bei der Versteigerung keinesfalls überschreiten werden. Beachten Sie bei der Ermittlung Ihres Limits unbedingt mögliche Neben- sowie eventuelle Renovierungskosten etc.



#4 An der Versteigerung teilnehmen

Wer mitbieten möchte, muss sich anmelden und vor Ort sein (Lichtbildausweis nicht vergessen) oder eine notariell beglaubigte Vertretung zum Termin schicken, denn schriftliche Angebote werden meist nicht angenommen. Außerdem muss ein sogenanntes Vadium (eine Sicherheitsleistung), welches 10 Prozent des Schätzwertes beträgt, in Sparbuchform dem Gericht vorgelegt werden können.

TIPP: Um sich mit dem Versteigerungsprozedere vertraut zu machen, kann es hilfreich sein, an einigen Versteigerungen als Besucher teilzunehmen.

#5 Wann der Kauf unter Dach und Fach ist

Sie haben den Zuschlag erhalten? Dann gibt es nur noch wenige Hürden zu nehmen, denn ganz sicher ist ihr Kauf aus mehreren Gründen leider noch nicht. Zum Beispiel …

… wenn die gebotene Summe unter drei Vierteln des eigentlichen Wertes liegt, können Sie innerhalb von 14 Tagen noch überboten werden. Falls das passiert, können Sie als Erstbieter entweder den neuen Betrag zahlen oder der neue Bieter erhält den Zuschlag.

... wenn Sie bis zum Verteilungstermin, zu dem die Gläubiger geladen werden, die Immobilie noch nicht bezahlt haben. Der Termin findet meist zwei Monate nach der Versteigerung statt.

… wenn Sie vom Kauf zurücktreten. Dazu können Sie sich in der zweimonatigen Zuschlagsfrist entscheiden. Allerdings ist dann das Vadium, das nach Ihrem Zuschlag einbehalten wurde, verloren.

… wenn die Gläubiger mit dem Angebot nicht einverstanden sind. Ihr Vadium bekommen Sie in diesem Fall allerdings zurück.

TIPP: Eine günstige Immobilie bei einer Zwangsversteigerung zu ergattern ist gar nicht so einfach, denn längst handelt es sich nicht mehr um einen Geheimtipp. Stellen Sie sich darum bei echten Schnäppchenangeboten auf großen Andrang im Gericht ein. Behalten Sie einen kühlen Kopf – und am besten den Rechner in der Hand!