Autor: Vorsicht bei Gebäudeversicherungen – vor dem Abschluss genau hinschauen -

Vorsicht bei Gebäudeversicherungen – vor dem Abschluss genau hinschauen

Für Hausbesitzer ist die Gebäudeversicherung eine der wichtigsten Versicherungen. Sie schützt im Ernstfall vor hohen finanziellen Kosten und deckt Schäden ab, die Gebäudebesitzer ruinieren könnten. Doch wie so häufig bei Versicherungen, gilt auch hier, dass man vor dem Abschluss genauer hinschauen muss. Welche Risiken müssen unbedingt von der Police abgedeckt werden, auf welchen Schutz können manche Hausbesitzer verzichten? Gibt es Tücken oder Hürden? Dieser Artikel schaut sich die Gebäudeversicherung einmal genauer an.

Feuerschäden wie durch Blitzschlag können durch Gebäudeversicherungen abgedeckt werden.

Welche Risiken sollte eine Police abdecken?

Grundsätzlich ist bei der Gebäudeversicherung zwischen zwei Varianten zu unterscheiden. Die Eigenheimversicherung wird bei Ein- und Zweifamilienhäusern genutzt, die Gebäude- und Wohngebäudeversicherung greift bei Immobilien mit mehreren Eigentumswohnungen. Das Vorhandensein einer solchen Versicherung ist zumindest in Österreich keine gesetzliche Maßgabe, dennoch ist der Abschluss für Hausbesitzer wichtig:

-Leistung - die Versicherung schützt den Eigentümer vor finanziellen Verlusten, die durch Sturm, Feuer oder Leitungswasser entstehen.

-Bausubstanz/festes Inventar - die Versicherung deckt nur Schäden an der Bausubstanz und dem sogenannten festen Inventar ab. Das sind Badewannen, aber auch die Heizungsanlage. Bewegliches Inventar hingegen ist nicht inbegriffen, hierfür sind andere Versicherungen notwendig.

-Zahlungen - die Leistungen decken die Kosten für Sanierungen oder Instandsetzungen nach Schadensfällen ab. Nach Bränden kann die Versicherung sogar die Kosten für den Neubau zahlen. Mit inkludiert sind auch Abriss- und Aufräumarbeiten.

Bei Gebäuden mit mehreren Eigentumswohnungen entscheidet die Wohnungseigentümergemeinschaft über den Abschluss einer Versicherung. Einzelne Eigentümer können nicht vorpreschen, da nur das ganze Gebäude versichert werden kann. Generell gibt es auch unterschiedliche Policen, die wiederum verschiedene Schäden abdecken - oder nicht. Beginnend mit der umfassenden Versicherung, die eine Hausratsversicherung inkludiert, bis hin zu Spartenversicherungen sind viele Optionen gegeben. Folgende Schäden sollten jedoch möglichst in der Police enthalten sein:

-Blitzschlag - die Feuerschäden aus Blitzschlägen sind vielseitig und sollten versichert sein. Zumeist inkludiert diese Sparte auch Explosionen und Flugzeugabstürze.

-Sturmschäden - dies ist ein Must-have der Versicherungen. Es werden allerdings nur Schäden durch Windgeschwindigkeiten ab 60 Stundenkilometer versichert. Die Sturmschäden inkludieren Hagel- und Steinschlag sowie Erdrutsche.

-Leitungswasser - verursacht austretendes Leitungswasser Schäden, greift die Versicherung.

-Glasbruch - dieser Bestandteil ist optional, kann sich jedoch lohnen. Die Schadensursache ist unerheblich, es sind alle Schäden an Fenstern und Türen versichert. Besonders große Fensterflächen müssen allerdings meist zusätzlich versichert werden. Die Glasbruchversicherung bedeutet jedoch, dass die Beiträge deutlich steigen.

Was ist beim Abschluss sonst noch zu beachten?

Das Wichtigste ist, die Gebäudeversicherung nicht mit einer Elementarversicherung zu verwechseln. Viele Elementarschäden sind nicht in der Gebäudeversicherung inbegriffen und teils ist es, je nach Standort des Hauses, nicht möglich, sich gegen diese zu versichern:

-Lawinenschäden - bei Häusern direkt in der Alpenregion werden Schäden durch Lawinen nicht abgegolten.

-Muren/Felsbrocken - bei Häusern in gefährdeten Regionen werden auch diese Schäden aus dem Umfang herausgenommen.

-Hochwasser - auch hier gilt: Gerade in gefährdeten Gebieten ist ein Versicherungsabschluss nicht einfach.

Einige Versicherer bieten an, diese Elementarschäden wiederum mit in die Gebäudeversicherung zu integrieren. Es kommt aber immer darauf an, wo das Haus steht und wie gefährdet die Region ist. Ein gutes Beispiel sind Hochwassergebiete. Trat hier in der Vergangenheit regelmäßig Hochwasser auf, lehnen die Versicherungen die Police bereits ab. Alternativ verlangen sie oft hohe Risikoaufschläge.

Ein weiterer Fehler, den viele Hausbesitzer machen, ist zu denken, dass die Gebäudeversicherung sämtliches Inventar mit beinhaltet. Dies ist nicht der Fall, da sie sich nur auf die Bausubstanz und festes Inventar bezieht. Möbel, Elektrogeräte und weitere Einrichtungsgegenstände sind loses Inventar und können nur über Haushalts- und Hausratsversicherungen geschützt werden. Diese helfen auch bei Einbrüchen.

Wie lassen sich die Kosten niedrig halten?

Die Prämien der Gebäudeversicherung berechnen sich mitunter nach den Faktoren, die direkt das Haus anbelangen:

-Standort – der Standort ist ein wichtiger Berechnungsfaktor, da er mit über die Möglichkeit bestimmter Schäden entscheidet. Ein recht geschützt stehendes Haus wird seltener von Sturmschäden getroffen, als ein frei stehendes Haus am Waldrand.

-Gebäude – die Substanz, das Alter und der Wert des Hauses sind ebenfalls Faktoren in der Berechnung. Bei sehr ausgefallenen Häusern, alten und aufwendig restaurierten Immobilien oder sonstigen Gebäuden mit teuren Besonderheiten ist es sinnvoll, einen Gutachter mit hinzuzuholen.

-Wert – die oberen Faktoren entscheiden mit über den Wert dieses Gebäudes.

Zuletzt ist die Quadratmeterzahl der Fläche ein Faktor, in den die oberen Punkte mit einfließen. Um die Kosten für die Versicherungsprämien gering zu halten, bieten sich folgende Möglichkeiten an:

-Inhalte – es sollte genau überlegt werden, welche »Sonderwünsche« wichtig sind. Auf die Glasbruchversicherung können viele Hausbesitzer durchaus verzichten.

-Kombinationen – mitunter können Kombiversicherungen oder mehrere Versicherungsabschlüsse bei derselben Gesellschaft einen preislichen Vorteil darstellen. Nicht selten geben Versicherer nun einen Nachlass. Diese Option muss jedoch genau durchgerechnet werden.

-Vergleiche – das ist die wichtigste Möglichkeit. Es sollten immer Vergleiche eingeholt werden. Einen Anhaltspunkt geben Internetvergleiche, doch sollten später Versicherungsangebote von den favorisierten Anbietern genutzt werden. Da sich die Kosten für die Versicherung nach dem jeweiligen Haus richten, sind reine Internetvergleiche gerade bei höherwertigen oder besonderen Häusern nur reine Anhaltspunkte.

Wichtig ist auch, sich die Police vor der Unterschrift noch einmal genau durchzulesen und bei allen Unklarheiten nachzufragen. Erscheint der Wert des Hauses zu niedrig, bietet sich die Beauftragung eines Gutachters stets an. Das Gutachten ist bei sehr alten oder hochwertigen Gebäuden ohnehin sinnvoll, denn immerhin sollen die Versicherungszahlungen im Ernstfall ausreichen, um die Wiederherstellung zu ermöglichen. Ist der Hauswert in der Police deutlich unter dem tatsächlichen Wert, gibt es im Notfall eine große Differenz zwischen Kosten und Leistung.



Auch Einsturzschäden lassen sich versichern.

Fazit - für Hausbesitzer eine wichtige Versicherung

Es gibt sicherlich Versicherungen, an denen man sparen kann. Die Gebäudeversicherung gehört jedoch nicht dazu, denn obgleich sie keine Pflichtversicherung ist, so sollten Immobilienbesitzer sie als solche betrachten. Im Ernstfall nach Stürmen, Feuer oder Blitzeinschlägen kann ihr Vorhandensein über den persönlichen Ruin entscheiden. Dennoch sollten Hausbesitzer genauer hinschauen und überlegen, welche Punkte sie absichern und welche nicht. Gegen Elementarschäden ist zumeist eine zusätzliche Police notwendig – wobei Gebäude in Hochrisikogebieten oft von der Versicherung ausgeschlossen werden.

Bildquellen:

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